Romanexperiment

0,5 km/h

Verfasst von azahar am September 3, 2008

Nicht dass ihr denkt, ich wäre in den letzten Wochen auf der faulen Haut gelegen. In meiner Urlaubswoche (ja, noch bevor ich mit den Rösslein in die Berge gewandert bin) habe ich nämlich endlich einen vorläufigen Schlusssatz unter das Manuskript gesetzt. Es ist also nun zum ersten Mal fertig. Das hat schon was. Das erleichtert ungemein. Obwohl ich genau weiss, dass es im Laufe der nächsten Monate (hoffentlich nicht Jahre! – ich drück mir mal die grossen Zehen, da ich die Daumen zum Schreiben brauche) noch x-mal fertig werden wird.
Die erste Hälfte ist nun schon recht gut ausgearbeitet, die zweite lässt aber noch einiges zu wünschen übrig, denn da reihen sich bis jetzt nur Szenen aneinander, die sehr schlampig miteinander verbunden sind.
In der Woche ohne Chefe habe ich dann noch die ersten 20 Seiten so richtig überarbeitet und dann war irgendwie die Luft raus.

Das nervt mich ungemein, denn ich will ja wirklich vorwärts kommen. Früher habe ich mir über solche Schreibflauten keine Sorgen gemacht, und mich, bis die Lust wiederkam, einfach einem anderen Projekt gewidmet. Aber jetzt plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich meine Gedanken zu anderen Geschichten abschweifen lasse.
Gleichzeitig täte es mir leid, diese kreative Phase (bzgl. des anderen Projekts – einem neuen Roman – ja, mir ist nicht zu helfen, ich weiss) ganz einfach zu unterdrücken. Manche Ideen kommen nie wieder.

Wenn ich ein Projekt mal für ein paar Wochen (manchmal auch Monate oder Jahre *ahhhhh*) zu den Akten gelegt habe und überhaupt nicht daran denke, kann ich danach wieder mit frischer Energie drangehen und das ganze viel distanzierter betrachten.
Ich will aber jetzt keine Jahre oder Monate, ja nicht einmal Wochen warten, bis ich weiterschreiben kann! Ich will so schnell wie möglich vorwärts kommen und aus diesen paar hundert Word-Seiten ein funktionierendes Buch machen!

Nicht einmal die aktuelle Übung in Ein Roman in einem Jahr motiviert mich. Wir sollen eine Stelle mit höchstens 3 Sätzen vorstellen, in der wir eine Metapher verwenden.
Das geht im Moment so an dem vorbei, was ich brauche.
Ausserdem haben viele der Teilnehmer nicht einmal eine Stelle aus ihrem Roman vorgestellt, sondern das ganze eher als Spass aufgefasst um ihre superkreative und witzige Seite herauszukehren. Das nervt mich auch schon wieder. Im Moment nervt mich überhaupt alles.

Nun, um mich abzulenken, habe ich beschlossen, dem ganzen jetzt mal zumindest einen Arbeitstitel zu geben. Eine Geschichte mit Anfang und Ende nur „Romanprojekt“ oder „Romanexperiment“ zu nennen, das geht einfach nicht.
Bis jetzt ist mir allerdings auch dazu noch nichts schlaues eingefallen. „Schrittgeschwindigkeit“ heisst die aktuelle Datei auf meinem Computer. Doch mir scheint nomen est omen. Ich glaube, ich sollte das ändern, vielleicht gehts dann wieder vorwärts.

2 Antworten zu “0,5 km/h”

  1. Kvelli sagte

    Ich finde mal „Schrittgeschwindigkeit“ hört sich doch gut an. Und wenn Du dann fertig bist, kannst Du es ja „Zeitraffer“ nennen.:-)
    Weiterhin guten Erfolg
    Kvelli

  2. azahar sagte

    @ Kvelli
    :-D
    Na ja, Zeitraffer bräuchte ich im Moment nicht unbedingt, aber doch etwas mehr Antrieb.

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