Schon wieder eine Veränderung/ein Umbau…
Ich weiss, ich wühle, grabe und baggere in letzter Zeit in diesem Blog, so als ob ich Gold suchen würde, aber im Grunde versuche ich nur einen Ort daraus zu machen, an dem ich mich wohl fühlen kann, und das ist mir bis jetzt noch nicht so recht gelungen.
Gerade eben habe ich das, was einst die Grundstruktur dieses Blogs ausmachte, nämlich die Beiträge, in denen der Roman entstand, gelöscht.
Warum?
Na ja, weil die Texte von damals nicht mehr viel mit dem aktuellen Roman zu tun haben und mir manche Stellen überhaupt nicht gefallen, bzw. sehr peinlich sind. Ich weiss, dass ich es besser kann, denn ich habe es inzwischen besser, wenn sicherlich auch noch nicht perfekt, gemacht. Und ich will hier keinen falschen Eindruck von meiner Fähigkeit ordentliche Texte zu verfassen, abgeben.
So, und Punkt. Das wars eigentlich auch schon, was ich sagen wollte.
Archiv für September 2008
Weg damit!
Verfasst von azahar am September 15, 2008
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Lebensläufe
Verfasst von azahar am September 8, 2008
Nachdem ich mit dem Roman im Moment nicht gross vorwärts komme, habe ich mir gedacht, ich könnte mal ein bisschen was über Dinge erzählen, die mir während dem Schreiben weitergeholfen haben.
Bis vor einem Jahr konnte ich ja mit Theorie und Büchern übers Schreiben gar nichts anfangen. Ich kaufte mir zwar hin und wieder mal ein Buch, las es sogar durch, fand es meistens auch relativ interessant, aber danach stellte ich es in irgendein Regal zum Verstauben. Ich schrieb, weil es mir Spass machte, weil die Geschichten irgendwie in meinem Kopf entstanden und raus mussten, mit solch langweiligen Dingen wie Charakteren, Handlungssträngen und Plot-Entwicklung wollte ich mich nicht aufhalten.
Im Dezember 2007 jedoch, an einem langweiligen regnerischen Sonntagnachmittag, holte ich, weil ich sonst überhaupt nichts zu tun hatte, James N. Freys „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ aus dem Schrank und begann darin zu schmökern. Schon nach den ersten paar Seiten überfiel mich eine ziemlich große Unruhe. Die Dinge, über die er sprach, klangen sehr logisch und nachvollziebar und ich hatte unwillkürlich begonnen die Punkte, die er anschnitt, in meinen eigenen Romanen zu suchen und zu überprüfen.
Ich will vorerst mal nicht ins Detail gehen, aber plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich erkannte gleich mehrere Defizite auf einmal. Es war mir unverständlich, dass ich diese nicht schon längst selbst bemerkt hatte.
Fangen wir mit etwas Grundlegendem an. Den Charakteren, Hauptpersonen, Protagonisten, wie auch immer man sie nennen will.
Natürlich kannte ich sie meist relativ gut, sie waren ja meine Kinder, in meinem Kopf entstanden, aber ich ließ mich schließlich dennoch auf den Vorschlag ein, doch mal einen ganzen Lebenslauf für jeden einzelnen zu schreiben.
Von anderer Seite hatte ich oft gehört, dass Autoren „Charakterbögen“ für jede Figur anlegen würden. Also so eine Art Steckbrief mit Name, Augenfarbe, Lieblingsessen etc. Aber damit konnte ich nie viel anfangen. So was war meist schnell ausgefüllt und die Informationen, die ich darin finden sollte, kannte ich eh schon in- und auswendig.
Aber was durch das Lebenslauf schreiben alles ans Tageslicht kam, war wirklich erstaunlich. Daniel z.B., den ich ja nur durch Tanias Augen und Wahrnehmungen kannte, ließ ich in der ersten Person von sich erzählen und er hörte gar nicht mehr auf zu plaudern.
Daniels Lebenslauf, nur mal als Beispiel, könnt ihr (in abgeänderter Form, als Interview, um das ganze für Leser interessanter zu machen) hier nachlesen: Ein Roman in einem Jahr – Übungsaufgabe 19
So ein Lebenslauf ist beim Schreiben eines Romanes sehr nützlich (vor allem dann, wenn man ihn anfertigt bevor man mit dem Schreiben anfängt… na ja, so viel dazu), da man somit schon mal eine Grundstruktur hat, an der man sich als Autor festhalten kann. Ihre Vergangenheit, das Aussehen, ihre Einstellungen, alles was sie erlebt hat, beeinflussen eine Figur, genau wie jeden realen Menschen in ihren/seinen Handlungen. Eine Person z.B., die als Kind, ihre ganze Familie durch einen Verkehrsunfall verloren hat, wird eine andere Einstellung zum Leben haben, als jemand, der behütet im Kreise seiner Eltern und Geschwister aufgewachsen ist.
Natürlich sollte man das ganze aber nicht übertreiben. Manche Schreibratgeber weisen darauf hin, dass man sogar die Farbe der Unterhosen kennen sollte, die der/die ProtagonistIn trägt. m.E. ist das im übertragenen Sinne zu verstehen, aber ich habe allzuoft Aussagen von Autoren gehört, die das wortwörtlich und vollkommen ernst nehmen.
Man sollte sich auf die Ereignisse in der Vergangenheit, die Teile der Persönlichkeit, etc. beschränken, die für den Roman wichtig sind. Hinzufügen kann man später immer noch was, sollte etwas fehlen.
Nachsatz:
Ok, der link funktioniert nicht, egal, was ich anstelle. Versucht es mal so: Ihr geht auf „Ein Roman in einem Jahr„, wählt rechts “Kapitel 19 mit Übungsaufgabe“ aus, scrollt runter bis zu den Leserbeiträgen und gebt unter „Nach Beitragsnummer suchen“ die folgende Nummer ein: 11789
Falls es nicht klappt, melden, dann stell ich den Text vielleicht sogar hier im Blog ein.
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0,5 km/h
Verfasst von azahar am September 3, 2008
Nicht dass ihr denkt, ich wäre in den letzten Wochen auf der faulen Haut gelegen. In meiner Urlaubswoche (ja, noch bevor ich mit den Rösslein in die Berge gewandert bin) habe ich nämlich endlich einen vorläufigen Schlusssatz unter das Manuskript gesetzt. Es ist also nun zum ersten Mal fertig. Das hat schon was. Das erleichtert ungemein. Obwohl ich genau weiss, dass es im Laufe der nächsten Monate (hoffentlich nicht Jahre! – ich drück mir mal die grossen Zehen, da ich die Daumen zum Schreiben brauche) noch x-mal fertig werden wird.
Die erste Hälfte ist nun schon recht gut ausgearbeitet, die zweite lässt aber noch einiges zu wünschen übrig, denn da reihen sich bis jetzt nur Szenen aneinander, die sehr schlampig miteinander verbunden sind.
In der Woche ohne Chefe habe ich dann noch die ersten 20 Seiten so richtig überarbeitet und dann war irgendwie die Luft raus.
Das nervt mich ungemein, denn ich will ja wirklich vorwärts kommen. Früher habe ich mir über solche Schreibflauten keine Sorgen gemacht, und mich, bis die Lust wiederkam, einfach einem anderen Projekt gewidmet. Aber jetzt plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich meine Gedanken zu anderen Geschichten abschweifen lasse.
Gleichzeitig täte es mir leid, diese kreative Phase (bzgl. des anderen Projekts – einem neuen Roman – ja, mir ist nicht zu helfen, ich weiss) ganz einfach zu unterdrücken. Manche Ideen kommen nie wieder.
Wenn ich ein Projekt mal für ein paar Wochen (manchmal auch Monate oder Jahre *ahhhhh*) zu den Akten gelegt habe und überhaupt nicht daran denke, kann ich danach wieder mit frischer Energie drangehen und das ganze viel distanzierter betrachten.
Ich will aber jetzt keine Jahre oder Monate, ja nicht einmal Wochen warten, bis ich weiterschreiben kann! Ich will so schnell wie möglich vorwärts kommen und aus diesen paar hundert Word-Seiten ein funktionierendes Buch machen!
Nicht einmal die aktuelle Übung in Ein Roman in einem Jahr motiviert mich. Wir sollen eine Stelle mit höchstens 3 Sätzen vorstellen, in der wir eine Metapher verwenden.
Das geht im Moment so an dem vorbei, was ich brauche.
Ausserdem haben viele der Teilnehmer nicht einmal eine Stelle aus ihrem Roman vorgestellt, sondern das ganze eher als Spass aufgefasst um ihre superkreative und witzige Seite herauszukehren. Das nervt mich auch schon wieder. Im Moment nervt mich überhaupt alles.
Nun, um mich abzulenken, habe ich beschlossen, dem ganzen jetzt mal zumindest einen Arbeitstitel zu geben. Eine Geschichte mit Anfang und Ende nur „Romanprojekt“ oder „Romanexperiment“ zu nennen, das geht einfach nicht.
Bis jetzt ist mir allerdings auch dazu noch nichts schlaues eingefallen. „Schrittgeschwindigkeit“ heisst die aktuelle Datei auf meinem Computer. Doch mir scheint nomen est omen. Ich glaube, ich sollte das ändern, vielleicht gehts dann wieder vorwärts.
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